Deutscher Evanglischer Kirchentag 2011

Vom 1. - 5. Juni fand der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag in Dresden mit fast 120.000 Dauerteilnehmern und vielen weiteren Tagesgästen statt. Mindestens ein Bus voll mit Teilnehmern kam dabei auch aus unserem Kirchenkreis, das Jugendpfarramt organisierte diese Tour.

Los ging es schon am Mittwochmorgen ab Lübbecke, denn nach Dresden ist es doch ein gutes Stück und wir waren bei weitem nicht die Einzigsten die pünktlich
zum Eröffnungsgottesdienst an Ort und Stelle sein wollten. Das Wetter trübte auf der Hinfahrt die Vorfreude auf den Kirchentag mit kühlen Temperaturen und  etlichen Regentropfen, aber wie sich später herausstellen sollte, war dies unbegründet. Gut im Zeitplan und ohne einen wirklichen Stau erreichten wir das Gymnasium Dresden-Plauen, welches unsals Gemeinschaftsquartier zugeteilt
wurde. Schnell waren die Klassenräume leergeräumt und mit Luftmatratzen
gefüllt, um uns für die nächsten 4 Tage Herberge zu bieten. Dann ging es los
Richtung Elbufer, also den Linienplan raus, die nächste Haltestelle finden und in den Bus. Unser Quartier lag relativ nah und günstig an der Innenstadt. Es gab eine
direkte Buslinie, die gegenüber den Staßenbahnen den Vorteil hat, auf dem Kirchentag nicht ganz so überlaufen zu sein. Also dann nur noch herausfinden, wo
man am Besten aussteigt, dank freundlicher Dresdner überhaupt gar kein Problem und nach einem Spaziergang durch die wunderschöne Altstadt ging es auf das
Gottesdienstgelände direkt an der Elbe. Die eigentlich schwimmende Bühne musste allerdings wegen Niedrigwasser an Land gesetztwerden. Letztes Jahr um diese Zeit hätte das Gelände unter Wasser gestanden, berichtete man. Wenn man dann an die Bilder des Hochwassers von 2002 zurückdenkt, bei dem selbst die mächtigen Brücken bei einem Wasserstand von über 9 Metern überspült wurden,
bekommt man schon mal eine Vorstellung der Gewalten, die die Elbe so mit sich bringt.

Nach einem schönen Gottesdienst war die Einstimmung auf den Kirchentag perfekt und auf dem anschließenden von Kirchengemeinden, Gruppen und Organisationen aus der Gegend gestalteten Abend der Begegnung gab es die Möglichkeit, Dresden und Umgebung näher kennenzulernen. Der Mittwoch klang dann beim Abendsegen in einem wunderbaren Lichtermeer beidseitig der Elbe aus. Ein Moment der sich, besonders vor der illuminierten historischen Kulisse Dresdens stattfindend, nicht mit Bildern oder Worten wiedergeben lässt.

In den nächsten drei Tagen bot der Kirchentag dann ein vielfältiges Programm an unterschiedlichsten Veranstaltungen für jeden Geschmack. So wurde ein Stadion am Morgen von einer Bibelarbeit und am Abend von einer Pop-Band gefüllt.

Eindrucksvoll machen einen Kirchentag natürlich auch die Besucher. Egal in welchen entlegenen Winkel Dresdens man kam, überall waren Kirchentagsbesucher (üblicherweise unschwer an den bunten Schals zu erkennen) unterwegs. Chöre und Bands die auf Straßen, Plätzen oder in Kirchen spontan sangen oder spielten. Gemeinsames Lösen kniffeliger Fragen (Wo ist denn ...?, Wie komme ich denn am Besten ...?), bei dem sich auch gerne die sehr hilfbereiten
Einheimischen eingebracht haben. Kollektives Anstehen vor prominenten Veranstaltungen. Tausende von freiwilligen Helfern die eine solche Veranstaltung
möglich machen. Menschen die aufeinander Rücksicht nehmen, geduldig und fair miteinander umgehen. Die Erkenntnis, das nicht nur Säle, Hallen und Stadien,
sondern auch Plätze überfüllt werden können. Eine Stadt die für 4 Tage fest in der Hand von Christen war, wobei die Dresdner dies sehr freundlich und gelassen aufgenommen haben.
Es war wieder mal ein sehr schöner Kirchentag bei sehr gutem Kirchentagswetter, von dem sicher viele Besucher Kraft und viele Eindrücke mitgenommen haben.

JP